Reifen richtig lagern: stehend oder liegend, Kompletträder oder Reifen ohne Felge
Zweimal im Jahr steht ein Satz Räder im Weg. Wie Sie Reifen richtig lagern, hängt vor allem an einer Frage: Sitzt der Reifen auf der Felge oder nicht. Davon hängt ab, ob er stehen, liegen oder hängen sollte – und welcher Reifenhalter dafür überhaupt in Frage kommt.
Das Wichtigste in Kürze
- Kompletträder – also Reifen auf der Felge – werden meist liegend oder hängend gelagert; nur im freistehenden Reifenregal stehen sie, wie ein Reifen ohne Felge, auf der Lauffläche
- Reifen ohne Felge stehen aufrecht und werden gelegentlich weitergedreht
- Vor dem Einlagern: reinigen, trocknen, Position am Fahrzeug markieren
- Gelagert wird kühl, trocken, dunkel und fern von Öl, Lösungsmitteln und laufenden Elektromotoren
- Das Herstellungsdatum steht als vierstellige DOT-Nummer in der Reifenflanke
Stehend oder liegend? Die Antwort hängt an der Felge
Die meistgestellte Frage der Reifenlagerung hat zwei Antworten, weil sie zwei verschiedene Gegenstände betrifft. Ein Reifen ohne Felge ist ein biegsamer Ring aus Gummi und Gewebe. Legt man ihn flach hin und stapelt drei weitere darauf, drückt das Gewicht die unteren Seitenwände zusammen. Ein Komplettrad dagegen hängt an einer starren Felge, die die Form hält – hier ist genau die Lagerung unproblematisch, die dem losen Reifen schadet.
Daraus folgt die Regel, die die meisten Reifenhalter dieses Vergleichs abbilden: Kompletträder liegen oder hängen, Reifen ohne Felge stehen. Ein Felgenbaum stapelt Kompletträder waagerecht auf einer Säule, ein Wandhalter trägt sie an zwei Armen, ein Deckenhaken hängt sie unter die Decke. Eine Ausnahme sind die freistehenden Reifenregale dieser Auswahl: Sie nehmen Kompletträder ebenso wie Reifen ohne Felge aufrecht stehend auf, mit derselben Belastung auf der Lauffläche – wer sie so über längere Zeit lagert, dreht sie am besten gelegentlich weiter, genau wie einen Reifen ohne Felge. Für Reifen ohne Felge eignet sich das freistehende Regal ohnehin am besten, da sie dort aufrecht nebeneinander stehen – der Wandhalter dieser Auswahl mit der Kennzeichnung „Kompletträder & Reifen ohne Felge" nimmt laut Facette „Geeignet für" im Vergleich ebenfalls beide Lagerarten auf.
Kompletträder lagern
Kompletträder sind schwer, und das ist der Grund, warum die Lagerung an der Wand vor allem eine Frage der Traglast ist. Was vier Räder wiegen, hängt an Reifenbreite, Felgendurchmesser und Felgenmaterial; die verlässlichste Auskunft bekommen Sie, indem Sie ein Rad auf eine Personenwaage stellen und den Wert mal vier nehmen. Diese Zahl ist der Maßstab, an dem sich jede Herstellerangabe messen lassen muss.
Und sie muss sich am richtigen Bezug messen. Drei Bezugsgrößen sind in dieser Auswahl klar belegt: die Traglast je Halter, ein Wert für das gesamte System oder Set und – bei einem Regal – die Traglast je Ebene; bei vier von dreizehn Modellen bleibt der Bezug dagegen offen oder unklar benannt. Erst mit diesem Bezug wird eine Zahl vergleichbar – wie unterschiedlich die Angaben ausfallen, zeigt der Vergleich aller Modelle. Wie die Zahl zum Untergrund passt, steht im Montage-Ratgeber.
Reifen ohne Felge lagern
Reifen ohne Felge stehen aufrecht, am besten auf einer sauberen, ebenen Fläche und nicht dauerhaft auf demselben Punkt der Lauffläche. Wer sie während der Lagerzeit gelegentlich ein Stück weiterdreht, verteilt die Auflage. Gestapelt werden sie nur, wenn es nicht anders geht – und dann flach, nicht hoch: Je höher der Stapel, desto stärker die Last auf der untersten Seitenwand.
Freistehende Reifenregale sind für diesen Fall gebaut. Sie brauchen keine Wand, kein Bohrloch und keine Rücksprache mit einem Vermieter, kosten dafür Stellfläche. Welche Bauart zu welcher Lage passt, ordnet der Ratgeber Bauarten im Überblick ein.
Reifen stapeln – wie hoch ist zu hoch?
Ein Stapel ist die Notlösung, nicht die Lagerung. Solange die Räder auf der Felge sitzen, trägt die Felge und ein niedriger Stapel ist unkritisch. Bei Reifen ohne Felge liegt die Belastung dagegen auf dem Gummi, und sie wächst mit jedem weiteren Reifen. Eine praktikable Grenze ist ein Satz aus vier Reifen; darüber hinaus lohnt der Umstieg auf ein Regal schon deshalb, weil man an den unteren Reifen sonst nicht mehr herankommt, ohne den ganzen Stapel abzutragen.
Vor dem Einlagern: vier Handgriffe
- Reinigen. Bremsstaub, Streusalz und Steinchen aus dem Profil entfernen, mit Wasser und Bürste. Salzreste greifen Felgen über Monate an.
- Trocknen lassen. Ein feucht eingelagertes Rad trocknet in einem kühlen Keller kaum noch ab.
- Markieren. Notieren Sie, welches Rad wo saß – vorne links, hinten rechts. Dafür gibt es Reifenmarkierer, die anstelle der Ventilkappen aufgeschraubt werden; ein wasserfester Stift auf der Flanke tut es auch.
- Sichtprüfung. Risse, Beulen und die Profiltiefe fallen jetzt auf, nicht erst am Morgen des Radwechsels.
Wie lange kann man Reifen lagern?
Gummi altert auch ungenutzt – durch Sauerstoff, UV-Licht und Ozon. Wie schnell, hängt an den Bedingungen: Ein Reifen im dunklen, kühlen Keller altert langsamer als einer, der im Sommer unter einem Carport in der Sonne steht. Das Herstellungsdatum steht als vierstellige DOT-Nummer in der Flanke, die Woche zuerst, dann das Jahr. Feste Fristen geben die Hersteller unterschiedlich an; ob ein älterer Reifen noch taugt, beurteilt im Zweifel eine Fachwerkstatt am Reifen selbst, nicht am Datum.
Sind Reifenhüllen zusätzlich sinnvoll?
Reifenhüllen halten Staub, Streulicht und Spritzwasser ab und lassen sich beim Tragen greifen, ohne dass man sich die Kleidung einsaut. Sie ersetzen aber keinen geeigneten Lagerort: Ein feuchter Keller bleibt feucht, und eine dicht verschlossene Hülle über einem nicht ganz trockenen Rad hält die Feuchtigkeit fest, statt sie abzuführen. Sinnvoll sind sie dort, wo Staub und Licht die Hauptprobleme sind – in einer Werkstatt, einer Garage mit Fenster, unter einem Carport. Das Goodyear Reifenregal in diesem Vergleich bringt eine Kompletthülle über alle Räder gleich mit.
Drei Halter, die beide Lagerarten aufnehmen
Diese Modelle sind laut Herstellerangaben sowohl für Kompletträder als auch für Reifen ohne Felge ausgelegt – die Auswahl ist damit nicht an den Radsatz gebunden, den Sie heute fahren.
Empfehlung
VEVOR Reifenregal Reifenständer Garagenregal zur Wandmontage 787–1440 mm verstellbar, max. Tragkraft 181 kg
Wandregal mit klar bezifferter Traglast (181 kg) und breit verstellbaren Stützstangen bis 1.440 mm – der teuerste Wandhalter im Vergleich, aber auch einer der wenigen mit eindeutigem Bezug bei dieser Traglasthöhe.
HEMMDAL Reifenregal für max. 12 Reifen / HxBxT 177 × 120 × 50 cm / 450 kg Tragkraft / Steckregal mit 3 Ebenen
Das größte Regal dieses Vergleichs: drei Ebenen für bis zu 12 Reifen, 150 kg Traglast je Ebene und Aufbau ohne Bohren – bei voller Beladung raten Rezensionen zur Verankerung an der Wand.
PROREGAL Reifenregal Tiger / HxBxT 100 × 110 × 35 cm / 150 kg Fachlast / bis zu 8 Reifen / mit 2 Ebenen
Freistehendes Regal für bis zu 8 Reifen auf 2 Ebenen mit 150 kg laut Hersteller (Titel: „Fachlast", Datenblatt: „Nutzlast") – kommt ohne Wandmontage aus, verlangt dafür Bodenfläche und eine sorgfältige Montage.
Häufige Fehler beim Einlagern
- Kompletträder auf der Lauffläche stehend in die Ecke gerollt – die Felge trägt, nicht das Gummi
- Reifen neben der Heizung oder einem laufenden Elektromotor abgestellt
- Ungereinigt eingelagert, mit Streusalz und Bremsstaub über den ganzen Sommer
- Ohne Markierung eingelagert und beim Radwechsel raten müssen, welches Rad wohin gehört
- Einen Halter gekauft, ohne die Traglastangabe auf ihren Bezug zu prüfen
Fazit
Reifen richtig zu lagern ist keine Wissenschaft, sondern eine Entscheidung an einer Weggabelung: Kompletträder liegen oder hängen, Reifen ohne Felge stehen – außer im freistehenden Reifenregal, das beide Lagerarten stehend aufnimmt. Alles Weitere – reinigen, markieren, kühl und dunkel unterbringen – kostet eine halbe Stunde im Jahr. Welcher Halter dazu passt, entscheidet der Platz, den Sie haben, und die Wand, die Sie zur Verfügung haben. Den Überblick über alle Modelle gibt der Reifenhalter-Vergleich, die Antworten auf Einzelfragen die Fragen und Antworten.